1.) Wie sehr beeinflusst die aktuelle Krise dein Leben?
Stiwan:
Es beeinflusst mein Leben im positiven sowie auch im negativen Sinne. Um das Negative zuerst zu erwähnen: der fehlende, soziale Kontakt und das Fehlen von "Freizeitaktivitäten". Das Positive an der Ausgangsbeschränkung hingegen ist, dass ich mich auf mich selbst konzentrieren kann und viel Zeit für mich selbst habe und viele Dinge erledigen kann zu denen ich sonst nicht komme.
Nadia:
Zum einen bin ich in Gedanken bei den Menschen, die gerade aufgrund von Krankheit, Verlust oder/und Gewalt leiden müssen.
Zum anderen nutze ich die derzeitige Situation, um mir Gutes zu tun, dankbar für das zu sein was ich habe und mein inneres Gleichgewicht zu behalten.
Wir leben hier - trotz allem - ein sehr privilegiertes Leben, dafür sollte man stets dankbar sein.
2.) Kannst du mir mindestens 5 Dinge nennen, die du machen wirst, wenn das alles vorbei ist?
Stiwan:
Familie und Freunde treffen, Ausgehen, Urlaub machen und mich draußen frei bewegen.
Nadia:
Familie und Freund*innen sehen und umarmen. Das ist das einzige was mir wirklich sehr fehlt.
3.) Es ist eine außergewöhnliche Situation für alle. Was kannst du den Menschen mitgeben?
Stiwan:
In erster Linie sollten wir bedenken, dass diese Krise auch etwas Positives hat.
1. kann sich die Natur vom Verhalten des Menschen erholen.
2. kann man Dinge tun, die man schon immer vor hatte zu tun (die Zeit dafür ist jetzt da)
3. lernen wir zusammenzuhalten und verstehen, dass durch ein "Wir" vieles lösbar wird.
Nadia:
Zeit.
Zeit, um sich auf das Wesentliche zu besinnen. "Achtsamkeit" ist kein Modewort, sondern ist das was
vielen von uns im Alltag fehlt.
Wer gesund zuhause ist, kann diese Entschleunigung auch als ein Geschenk sehen. In dieser rastlosen Welt vergessen viele oft
auf ihr Innerstes zu hören und mit ihrer Umwelt und sich selbst im Einklang zu sein. Die aktuelle Situation kann eine Chance
sein, vieles neu zu überdenken und dem Leben in Zukunft anders zu begegnen.